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Fairtrade statt Billigbananen – Die wahren Kosten der Südfrüchte.
In Deutschland tragen alle Fairtrade-Bananen auch ein Bio-Siegel. Bild: Stefan Lechner

Fairtrade statt Billigbananen – Die wahren Kosten der Südfrüchte.

Der Verein TransFair hat auf der Messe „Fruit Logistica“ in Berlin eine Pressekonferenz unter dem Motto „Keine krummen Dinger mit Südfrüchten – Fairtrade als Alternative“ abgehalten. Dort wurden zum einen die aktuellen Fairtrade-Zahlen für den Bananensektor präsentiert, zum anderen aber auch die Erkenntnisse einer Studie von Fairtrade International zu den externen Kosten der Bananenproduktion.

70 Prozent der Bio-Bananen in Deutschland sind fair. In Deutschland tragen alle Fairtrade-Bananen auch ein Bio-Siegel. Mit knapp 87.000 Tonnen und einem Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreichten faire Bananen im Biobereich 2017 einen Marktanteil von gut 70 Prozent. Aber: „Nicht alle Bauern können auf Bio umstellen. Wir brauchen deshalb nicht nur die gute Biobanane, sondern die bessere konventionelle Banane, und die sollte das Fairtrade-Siegel tragen“, so der Appell von Dieter Overath, TransFair-Vorstandsvorsitzender. „In Puncto nachhaltigere Bananen-Lieferketten könnte der Handel ein klares Signal setzen.“ Dass das nötig ist, bestätigte das Magazin Ökotest (01/2018). Die Verbraucherschützer empfahlen Fairtrade als den „Goldstandard“. Im Test schnitten fast alle Fairtrade-Bananen mit „sehr gut“ ab.  Auch die Bananen, die von den Make Fruit Fair! Partnerorganisationen UROCAL produziert und von BanaFair importiert und vertrieben werden.  Konventionelle Früchte zeigten Mängel bei Herstellungsbedingungen und Pestiziden. Hier reicht das Gesamturteil von „befriedigend“ bis „ungenügend.“

Bananenpreise und ihre externen Kosten

Bananenanbau hat oftmals negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Pro Kiste (18,14 kg) konventionell angebauter Bananen entstehen in den Anbauländern Folgekosten von durchschnittlich rund 5,40 Euro (6,70 USD). „Die sozialen Auswirkungen des Preisdrucks entlang der Lieferkette sind Unterbezahlung, Mängel bei der Arbeitssicherheit und beim Gesundheitsschutz“, erläuterte Bananen-Expertin Silvia Campos von Fairtrade International. Fairtrade schneidet besser ab, weil weniger Kosten ausgelagert werden müssen: „Fairtrade schreibt zum Beispiel Mindestlöhne und die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen vor. Zudem investieren die Bananen-Organisationen unter anderem in Qualität und Produktivität. Diese Maßnahmen helfen, die Erträge zu steigern und den Wasserverbrauch und Düngemittel zu reduzieren, was die externen Kosten weiter senkt.“

Der faire Handel trägt zu nachhaltigerem Bananen-Anbau bei, bestätigte Marike de Pena, Vorstand des lateinamerikanischen Fairtrade-Produzentennetzwerks CLAC: „Stabile Mindestpreise sorgen für Planungssicherheit. Die zusätzliche Fairtrade-Prämie fließt in Projekte für besseres Abfall- und Wassermanagement, Methoden, um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern und Grundbedarfe, wie Bildung und Gesundheitsvorsorge. Als Produzentennetzwerk fördern wir den Wissenstransfer unter den Bauern, bieten Trainings an und steigern Qualität und Effizienz im Anbau. Die Studie zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg!“

Politische Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Bananenlieferkette

Auch Fairtrade ist noch nicht bei „Null“. Die Organisationen Truecost und True Price berechneten bei Fairtrade externe Kosten von 2,90 Euro (3,65 USD) pro Kiste. Umweltfaktoren wie der Klimawandel, Flächen- und Wassernutzung verursachen Folgekosten, Löhne und Einkommen müssen auch im fairen Handel noch steigen. „Damit existenzsichernde Einkommen erreicht werden können und auch die Umwelt nicht hintenansteht, muss der enorme Preisdruck entlang der Lieferkette aufhören“, betonte Dieter Overath. „Dafür brauchen wir klare Rahmenbedingungen. Die müssen von der Politik gesetzt werden.“

Quelle: TransFair e.V.

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