Häufige Fragen

Sie als Konsument/in haben die Macht, politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger zu beeinflussen. Diese sind für eine Verbesserung der Situation in der Bananen- und Ananasbeschaffung verantwortlich.

  • Nehmen Sie an unseren (Eil-)Aktionen teil, die Sie unter der Rubrik “Mitmachen!” finden.
  • Kaufen Sie wann immer möglich fair gehandelte Früchte/Produkte.
  • Fragen Sie in Ihrem Obstgeschäft nach fair gehandelten Bananen und Ananas.
  • Werben Sie in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis oder bei Arbeitskolleg/innen für fair gehandelte Produkte.

In Deutschland und Österreich können Sie fair gehandelte Bananen in vielen Supermärkten kaufen, in vielen Naturkostgeschäften und in Deutschland auch in fast allen Weltläden. Ananas aus Fairem Handel werden bisher nur in einigen Supermärkten angeboten.

Nein, denn dann würden Plantagenarbeiter/innen und Kleinproduzent/innen aus dem Markt gedrängt. In einigen speziellen Fällen, in denen zum Beispiel schwere Menschenrechtsverletzungen stattgefunden haben, kann von Gewerkschaften oder Farmerorganisationen zu einem kurzfristigen Boykott aufgerufen werden. Das passiert aber selten. Wenn Sie keine Möglichkeit haben, fair gehandelte Früchte zu kaufen, rufen wir Sie dazu auf, Druck auf Fruchthandelsunternehmen und Supermarktketten auszuüben, damit diese Auskunft über die sozialen, ökologischen und ökonomischen Produktionsbedingungen geben und ernsthafte Anstrengungen unternehmen, zu fairen Produktions- und Handelsbedingungen zu kommen. Wenn Unternehmen nicht gewillt sind, entsprechende Auskünfte zu geben oder sich unseren Forderungen verschließen, dann können wir entscheiden bei anderen Unternehmen zu kaufen, deren Anstrengungen ernsthaft erscheinen.

Ja, seit 1998 müssen acht internationale, völkerrechtlich verbindliche Konventionen zum Arbeitsrecht von allen Mitgliedern der Vereinten Nationen beachtet werden, egal ob die nationalen Regierungen sie tatsächlich ratifiziert haben. Diese Konventionen beinhalten:

  • Freie Wahl der Beschäftigung.
  • Freiheit, sich zu organisieren und Recht auf Tarifverhandlungen.
  • Verbot der Kinderarbeit.
  • Verbot überlanger Arbeitszeiten.
  • Verbot von Diskriminierung.
  • Gleiche Bezahlung für Männer und Frauen.
  • Verbot von unmenschlicher Behandlung.

Eine ganze Reihe weiterer bedeutender internationaler Arbeitsstandards ist von vielen Exportländern tropischer Früchte ratifiziert worden. Aber es gibt Probleme bei der Durchsetzung dieser internationalen Rechte durch die Regierungen, nicht nur in den Produzentenländern. Die Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) ist bisher von ihren Mitgliedsregierungen noch nicht beauftragt worden, wirkungsvolle Sanktionen gegen die Länder zu ergreifen, die sich nicht an dieses internationale Recht halten.

Die mangelnde Durchsetzung internationaler und nationaler Gesetze zum Schutz der Arbeitsrechte ergibt sich durch fehlendes Personal und fehlende Geldmittel der Instanzen, die die Einhaltung überwachen sollen. Das ist in den Exportländern tropischer Früchte häufig der Fall. Es fehlt der politische Wille, das zu ändern. In einigen Ländern hört man nicht auf das, was die Organisationen der Beschäftigten sagen. Oder die Regierungen sind korrupt. Einige Fruchtunternehmen haben enge Beziehungen zu Regierungsmitgliedern und bringen sie dazu, die Gesetze nicht wirklich durchzusetzen. Oder die Regierungen interpretieren die Gesetze nach eigenem Gutdünken, wie es in Costa Rica der Fall ist. In Ländern mit schwachen oder gar keinen unabhängigen Gewerkschaften hören weder die Unternehmen noch die Regierungen auf das, was die Beschäftigten zu sagen haben. Ein noch viel ernsteres Problem ergibt sich in Ländern wie Guatemala, wo kriminelle oder paramilitärische Organisationen ganze Landstriche kontrollieren und keine staatliche Instanz wirksam arbeiten kann. Die, die dort ihre Stimme erheben, geraten in Lebensgefahr und einige werden ermordet.

Wie bereits in der Antwort auf die Frage zu „Arbeitsrechten“ ausgeführt ist, haben oft die Regierungen oder die Fruchtunternehmen die schlechten Bedingungen zu verantworten, manchmal auch beide gemeinsam. Jedoch sind auch die Ankaufpreise, die von vielen Fruchtunternehmen und zunehmend von den größeren internationalen Supermärkten der Konsumentenländern bezahlt werden, zu gering, als dass die an einer Verbesserung der Bedingungen aktiv interessierten Produzenten das tun und gleichzeitig wirtschaftlich überleben könnten. Schließlich sind wir Konsument/innen diejenigen, die eine entscheidende Rolle spielen müssen wegen unserer relativ starken Stellung in der ganzen Handelskette. Es kommt auf unsere Möglichkeit uns zu informieren und unsere Bereitschaft zu entsprechendem Handeln an. Indem wir unsere Macht als Käufer/innen und verantwortliche Bürger/innen nutzen, können wir den organisierten Arbeiter/innen und den Bauern bei der Verbesserung ihrer Bedingungen helfen.

Die meisten europäischen Konsumenten bezahlen relativ wenig Geld für tropische Früchte aus weit entfernten Ländern, weil die wirklichen Kosten für nachhaltige Produktion nicht in den herkömmlichen Preisen enthalten sind. Der Druck der Fruchtunternehmen und jetzt der Supermarktketten hat zu diesem Preisverfall geführt. Bisher sahen sie keine Notwendigkeit, diese Kosten in die Preiskalkulation entlang der Beschaffungskette einzubeziehen. Das bedeutet, dass in den meisten Fällen die Produkte des fairen Handels, die entsprechend den wirklichen Produktionskosten einer sozial und ökologisch verantwortungsbewussten Anbauweise bezahlt werden, einen höheren Preis kosten.

Manchmal kommt es zwischen konkurrierenden Supermärkten zu Preiskriegen auch bei Produkten des fairen Handels. Wenn einer von ihnen die Preise senkt, dann tun es die anderen auch. Diese Geschäftspolitik muss von den Konsumenten hinterfragt werden. Letztlich sollten alle tropischen Früchte zu einem fairen Preis verkauft werden, damit die Konsument/innen zur Überwindung von Armut und Umweltschäden beitragen können.