Herausforderungen

Im Folgenden sind einige Beispiele für Arbeitsrechtsprobleme und Umweltschäden in der Bananenindustrie genannt, die allgemeintypisch für die Produktion tropischer Früchte sind.

Arbeitsrechte und –bedingungen

Die Arbeit auf tropischen Plantagen ist hart und schlecht bezahlt. Den Arbeiter/innen werden oft ihre Rechte verweigert.

Wanderarbeiter/innen

In einigen Ländern, z.B. der Dominikanischen Republik und in Costa Rica, sind viele Bananenarbeiter Wanderarbeiter aus Nachbarländern. Ihre Arbeitsrechte werden kaum beachtet. Außerdem gibt es viele Leiharbeiter, die billiger, flexibler und ohne den Schutz einer Gewerkschaftsorganisation arbeiten.

Frauen

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Frauen sind als Arbeiterinnen besonders gefährdet, mit häufig bis zu 14-stündigen Arbeitstagen ohne Abgeltung von Überstunden, ohne Möglichkeit sich zu organisieren und ohne Respekt für ihre Rechte. Frauen werden bei Schwangerschaft entlassen, haben keine Mutterschutz-Rechte, und am Arbeitsplatz sind Frauen oft Opfer von sexueller Diskriminierung und Übergriffen. In wichtigen Bananenexportländern, z.B. Ecuador und Costa Rica, sind weniger als 13% der Beschäftigten Frauen. Die Unternehmer sehen sie als „kostenträchtige Hochrisiko-Beschäftigte“ an.

Gewerkschaften und Arbeitsrechte – die wichtige Bedeutung einer unabhängigen Stimme

In der gesamten Bananenwirtschaft ist die gewerkschafliche Organisation niedrig. Ursache sind die antigewerkschaftlichen Maßnahmen der einheimischen und multinationalen Bananenunternehmen. In Guatemala gibt es besonders negative Bedingungen für Bananenarbeiter/innen. Sie leiden unter Diskriminierung und Gewalt. Gewerkschaftsmitglieder müssen um ihr Leben fürchten. In Costa Rica bedienen sich die Bananenunternehmen des Solidarismo, mit dem eine alternative Organisationsform simuliert wird, um die Arbeit der rechtmäßigen Gewerkschaften zu unterlaufen.

In der Bananenwirtschaft werden nationale und internationale Arbeitsgesetze, z.B. das Recht auf unabhängige Gewerkschaften, regelmäßig verletzt, obwohl sie oft von den jeweiligen Ländern verbindlich unterschrieben wurden. In den letzten Jahren hat es durch Zertifizierungen eine Tendenz zur Privatisierung von Arbeitsrichtlinien gegeben.

Jedoch kann es wirkliche Verbesserungen vor Ort nur geben, wenn das Recht auf freie Organisation für Gewerkschaften gewährleistet ist. Sie können durch Tarifverhandlungen und die nachfolgende Durchsetzung der wichtigsten Arbeitsrechte die Arbeitsbedingungen der Belegschaften verbessern.

Umwelt

Die Produktion von tropischen Früchten kann eine wahre Katastrophe für die Umwelt darstellen. Wissen Sie, warum?

Das Beispiel Banane

Die meisten nach Europa exportierten Bananen werden auf großen Plantagen in Lateinamerika und zunehmend in Afrika angebaut. Intensive Anbaumethoden maximieren die Produktivität, aber verursachen schwere Umweltschäden:

  • Vergiftung von Wasserläufen
  • Riesige Abfallmassen
  • Bodenerosion
  • Erhöhte Überschwemmungsgefahr
  • Entwaldung und Zerstörung von Biotopen
  • Sinkende Bodenfruchtbarkeit erfordert höheren Düngemitteleinsatz

Warum werden Chemikalien auf Plantagen verwendet?

Bananenplantagen sind Monokulturen mit nur einer Erntepflanze. 97% der weltweit gehandelten Bananen stammen von einer einzigen Sorte, der Cavendish. Die Monokulturen und die mangelnde genetische Vielfalt machen Bananenpflanzen hochempfindlich für Schädlinge, Pilze und Krankheiten. Deshalb werden große Mengen von Insektiziden und anderen Pestiziden auf den Plantagen eingesetzt. Wenn die Schädlinge und Krankheitserreger resistent werden, müssen noch stärkere, schädlichere Pestizide verwendet werden. Viele Plantagenbesitzer geben mehr Geld für Agrarchemikalien aus als für ihre Arbeiter/innen. Düngemittel und Pestizide vergiften Wasserläufe, töten Fische und zerstören weitere Wasserlebewesen einschließlich Korallenriffe. Fahrlässig gelagerte Chemikalien sickern in den Boden und in die Wasserläufe. Das vergiftete Wasser wird flussabwärts zum Trinken, Kochen und Waschen benutzt.

In ähnlicher Weise ist die Produktion von Ananas charakterisiert durch sehr große Monokultur-Plantagen, die im Besitz von einer kleinen Zahl von nationalen und multinationalen Fruchtkonzernen stehen. Produzenten verwenden 10 bis 15 mal mehr Herbizide für den Anbau von Ananas als für andere Pflanzen, und die Anwendung giftiger Pestizide hat besonders tragische Auswirkungen in Regenwald-Gebieten, wo schwere Regenfälle die Gifte immer wieder in nahe Wasserläufe schwemmen und somit Wasserquellen von ganzen Gemeinden in einem Abstand von weniger als 100 Metern von der Plantage verseuchen.

Die Gefahren von Agrarchemikalien

Agrarchemikalien werden per Hand ausgebracht und aus der Luft versprüht. Schätzungsweise 85% der per Flugzeug gesprühten Chemikalien landen gar nicht auf den Bananenpflanzen. Stattdessen reichern sie sich in umliegenden Gebieten an, vergiften die Arbeiter/innen, ihre Häuser und ihre Lebensmittel. Vorschriften, die den Aufenthalt von Personen in den besprühten Bereichen verbieten, werden gewöhnlich nicht beachtet. Plantagenarbeiter/innen und Anwohner kennen viele, gut dokumentierte Gesundheitsschäden durch den intensiven Einsatz von Agrarchemikalien. Sie reichen von Depressionen und Atemwegsproblemen über Krebs bis hin zu Fehlgeburten und Geburtsschäden.